Donnerstag, 9. Februar 2012

Winternacht


Verschneit liegt rings die ganze Welt.
ich hab' nichts,  was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat längst sein Laub verstreuet.
    
Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seine Wipfel sacht
und redet wie im Traume. 
    
Er träumt von künft'ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid  
zu Gottes Lob will rauschen.

Joseph von Eichendorff